Centre Missionnaire "La Source"

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                       Wilfried und Sylvia Plock


Wilfried Plock, geb. 1957, verheiratet mit Sylvia (1958), zwei erwachsene Kinder, kam 1980 während seiner Bundeswehrzeit zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Er arbeitete in Karlsruhe und Mannheim in Gemeindeaufbauarbeiten mit und lebt seit dem Jahr 2000 in Hünfeld / Hessen. Seit 1995 leitet er die „Konferenz für Gemeindegründung“ (KfG).

Gott hat ihm in besonderer Weise aufs Herz gelegt, die christlichen Ehen zu stärken, denn ohne gesunde Ehen gibt es keine gesunden Gemeinden. Darum ist er auch immer wieder zu Ehevorträgen und -seminaren unterwegs.



Was ist euer erlernter Beruf? Wie seid ihr zum Glauben gekommen?

W: Während meiner Bundeswehrzeit, und zwar auf einem NATO-Fliegerhorst. Ich komme aus einem gläubigen Elternhaus, hatte aber dem Glauben den Rücken gekehrt und kostete leider in jener Zeit alle „Vergnügungen“ voll aus: Alkohol, Poker, Beziehungen ... In der Silvesternacht 1979 auf 80 waren mir meine betrunkenen Soldatenkollegen wie ein Spiegel für mein bis dahin gelebtes Leben – einfach nur trostlos. So wollte ich nicht weiter machen. Meine Flucht vor Gott war vorbei, ich vollzog eine echte Lebenswende, dies mit aller Konsequenz. Ich wurde vom Militär entlassen und ging in den vollzeitlichen Dienst, mit dem Anliegen, das Evangelium in die Welt zu tragen. Als Vorbereitung dafür besuchte ich fünf Jahre lang das Missionsseminar in Bad Liebenzell.

S: Ich komme aus einem katholischen Elternhaus. Stets hatte ich den Wunsch, gottesfürchtig zu leben. So unterrichtete ich neben Mathematik und Kunst auch noch katholische Religion. Ich ging als einzige in meiner Familie regelmässig in die Kirche, las aber nie in der Bibel (die ich übrigens auch für meine Ausbildung nicht brauchte). Gleichzeitig führte ich ein Leben, indem ich die Gebote Gottes ignorierte. Meine Seele war zwiespältig – einerseits war ich religiös und andererseits genoss ich die weltlichen Vergnügungen. Eines Tages zerbrach ich vor Gott an meiner Schuld. Mein sündiges Leben stand mir deutlich vor Augen. Ich las an diesem Tag zwei Bibelworte, die mein Leben veränderten. Jesus Christus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“(Joh 14,6) Ich nahm die Einladung Gottes: „ ... klopfet an, so wird euch aufgetan“ (Mt 7,7) für mich persönlich in Anspruch und übergab Gott die Regie über mein Leben.

Welches ist eure Zielsetzung im Leben?

S: Zur Ehre Gottes leben! Ich erachte es als grosse Würde, dass wir in Seinem Dienst stehen dürfen. Ganz wichtig ist mir, dass wir an dem Ort, wo wir leben, Menschenfischer sind, d.h. anderen Menschen erzählen, was Jesus Grosses für jeden getan hat.

W: Ja, Menschen zu Christus rufen! Wir wollen so gerne „Multiplikatoren“ sein, was Gott uns gross macht, möglichst vielen weiter sagen. Dann ist mir wichtig, Aufbauarbeit für biblisch ausgerichtete Gemeinden zu leisten.

Wilfried, du bist Verleger (CMD Verlag). Wie kam es dazu?

W: Wir haben selbst Bücher geschrieben, erlebten dann aber, dass andere Verleger die Inhalte unserer Publikationen nach ihren Vorstellungen verändern wollten. Da kam uns recht schnell die Idee, dass wir einen eigenen Verlag gründen könnten mit der Freiheit, das zu publizieren, was wir für gut und richtig halten. So haben wir in den letzten neun Jahren etwa 60 Titel herausgebracht.

Du bist so oft unterwegs zu Vorträgen, Seminaren. Wie geht das mit der Verlagsarbeit zusammen?

W: Das harmoniert sehr gut. Meine Tätigkeit bringt es mit sich, dass ich viel lesen „muss“. So bekomme ich immer wieder Manuskripte auf den Tisch und werde auf manche gute Literatur aufmerksam (z.B. aus dem Englischen), die es wert ist, auf Deutsch veröffentlicht zu werden. Oder ich bringe ein eigenes Buch heraus über ein Thema, das ich erarbeitet habe.

Das Thema „Ehe“ beschäftigt euch ganz besonders. Weshalb setzt ihr euch so dafür ein, indem ihr Ehevorträge / Seminare haltet?

.. weil wir ständig mit ganz grossen Eheproblemen konfrontiert werden. Wir sehen die Not vor Augen – gerade auch in christlichen Kreisen – und wollen helfen mit Gesprächen, Literatur, Vorträgen und neu mit der erarbeiteten Online-Eheschule (siehe Infobox)

Wir hatten in unserer Ehe einen schweren Start und mussten uns selbst Vieles erarbeiten. Da wir das Ratsuchenden nicht verheimlichen, fühlen sie sich oft verstanden und sind bereit, Rat anzunehmen.

Was ist euch für eure Ehe am Wichtigsten? Erfolgsrezept?

W: Der Herr Jesus in der Mitte. Er soll uns alles sein, Ihn wollen wir lieben. Er soll vor dem Partner kommen. Wichtig ist uns auch eine gute Kommunikation in allen Bereichen.

S: Jeder von uns steht letztlich als Einzelperson vor dem Herrn. Das gemeinsame Gebet ist uns ganz wichtig. Auch lesen wir jeden Tag den gleichen Abschnitt in der Bibel. Wenn Wilfried zu Hause ist, sprechen wir gemeinsam darüber. Dies ist kein frommer Krampf, es ist für uns ganz selbstverständlich.

Wo liegen die grossen Schwierigkeiten/Gefahren für eine Ehe?

S: keine wachsende Liebesbeziehung zum Herrn, eine fehlende, liebevolle offene Kommunikation und die fehlende Bereitschaft, bei Versagen den Partner schnell um Vergebung bitten. Anfangs fiel es mir schwer, über meine Probleme zu reden. Ich hatte nicht gelernt, Konflikte konstruktiv zu lösen. Wir waren beide „fehlgeprägt“. Mir war vermittelt worden, wenn du „Predigersfrau“ bist, hast du einen Leidensweg zu gehen. Erst als ich mit meinen Nöten bis oben voll war, entlud sich der Frust – zum Erstaunen meines Mannes, der davon gar nichts geahnt hatte.

W: In einer Ehe unter Christus wird ein Stück Heil erfahrbar, ein stückweit Heilung und jede Menge Heiligung. Wir hatten beide Vorstellungen vermittelt bekommen, die so nicht in der Bibel stehen. Es gilt immer wieder zu forschen, was Gott dazu sagt, wie Er sich die Ehe gedacht hat. Die Gefahr besteht, dass der eine im Glauben vorwärts geht und der Andere Dinge nicht angehen will. Dann wird es schwierig. Eheseminare verkommen zu blosser Verhaltenstherapie, wenn die Materie nicht geistlich gesehen wird, als echtes Herzensproblem, dass sich im Herz etwas ändern muss (Egoismus, Stolz, Empfindlichkeit, Rechthaberei etc.). Wenn man sich von Gott nicht verändern lassen will, nicht Schuld zugeben möchte, müssen, zur Symptom-Bekämpfung Methoden auf den Plan.

Was hat eure Ehe bis heute zusammengehalten, ja täglich wertvoller und bereichernder gemacht?

W: Das Wissen, dass Sylvia die absolut beste Ehepartnerin ist, die Gott mir geben konnte. Sie hat mein Leben und meinen Dienst verdoppelt. Sie ist das größte irdische Geschenk, das Gott mir gemacht hat. Ich kann ihre Stärken immer mehr wertschätzen und die wenigen Schwächen mit Humor tragen lernen. Sie fährt z.B. immer 70km/h – innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften (lacht).

S: Der kontinuierliche Einsatz für die Sache des Herrn hat uns bei aller Unterschiedlichkeit sehr bereichert. Ich empfinde unsere geistliche Einheit von Jahr zu Jahr kostbarer. Ich schätze Wilfrieds Weitsicht sehr und nehme gerne Anteil an all seinen Horizonterweiterungen.

Was schätzt ihr am meisten am Partner/in?

S: Ich schätze an meinem Mann besonders seine außergewöhnliche Großzügigkeit. Ich fühle mich nie von ihm kontrolliert oder im Dienst an anderen Menschen eingeschränkt. Im Gegenteil, Wilfried hat sehr dafür gesorgt, dass sich meine Gaben entfalten können. Er ist es auch, der mich zum Schreiben ermutigt hat.

W: Sylvias Gründlichkeit und Fleiß; ich bin mehr ein oberflächlicher Mensch und – kaum zu glauben – auch oft phlegmatisch. Da ist Sylvia das perfekte Gegenüber. Abgesehen davon, versucht sie auch, mir jeden Wunsch zu erfüllen.

Wie wichtig ist es für euch, neben dem Ehepartner/in auch einen besten Freund/Freundin zu haben?

W: Da bin ich wohl ein typischer Mann. Ich habe eine ganze Reihe Brüder, mit denen ich mich sehr gut verstehe, aber für die Pflege tiefer Freundschaften fehlt oft die Zeit.

S: Ich genieße es, Freundschaften zu haben. Besonders in meiner Burnout-Phase war ich für den geistlichen und emotionalen Beistand meiner Freundin sehr, sehr dankbar.

Wollt ihr einfach an Altem festhalten, konservativ sein oder steckt eine tiefe Überzeugung dahinter, gegen den Mainstream zu schwimmen?

W: Es geht uns nicht um das Konservativ-Sein an sich. Wir wollen einfach an den zeitlosen biblischen Prinzipien festhalten. Der Gott, der Ehe und Familie eingerichtet hat, meint es wirklich gut mit uns Menschen.

Eure Kinder haben das Nest bereits verlassen. War das Loslassen schwierig?

S: Ich kann sagen, dass mich die allgemeinen Lebensziele, die Gott in seinen Kindern verwirklicht sehen will, vor einer inneren Leere bewahrt haben. Ein Leben im Dienst für Gott ist der beste Schutz, um mit Verlusterfahrungen heilsam umzugehen. Die heutigen Medien erleichtern aber auch die Beziehungspflege über Distanzen hinweg. Wilfried ist das Loslassen naturgemäss leichter gefallen.

Was war euch in der Kindererziehung das Wichtigste?

W: Zunächst einmal, wir haben ganz „normale“ Kinder. Es war uns wichtig, Benjamin und Amelie bedingungslos zu lieben und anzunehmen – auch in schwierigen Phasen. Heute freuen wir uns an der sehr schönen und offenen Beziehung zu unseren erwachsenen Kindern.

S: Mir war es ganz besonders wichtig, ein authentisches Christsein vorzuleben und unseren Kindern zu vermitteln, dass auch wir Eltern von der Vergebung leben. Unsere Kinder deswegen für mein Versagen im Erziehungsalltag auch um Vergebung zu bitten, war für mich der heilsamste Umgang im Miteinander.

Ihr seid in der zweiten Lebenshälfte angekommen wird man mit dem „Alter“ (ihr seid ja dennoch jung) weiser? Welche Einsichten habt ihr gewonnen?

S: Mit dem Älterwerden wird eine Phase eingeläutet, Wohlbefinden und Annehmlichkeiten nicht mehr selbstverständlich zu nehmen. Jeder Lebenstag wird irgendwie kostbarer. Ich habe den großen Wunsch, die verbleibende Lebenszeit nicht zu vergeuden, sondern sie im besonderen Maße für Gottes Absichten und Aufträge einzusetzen.

W: Wir sind am Lernen, mehr aus der Gnade zu leben. In der ersten Lebenshälfte macht man automatisch mehr mit Willenskraft. Im zunehmenden Alter sieht man, dass ohne Gnade von Gott gar nichts geht. Gleichzeitig lernen wir auch die Reife und Erfahrung des Alters zu schätzen, besonders im Beratungsdienst.

Wo setzt ihr euch ein? (sie und er im Gemeindeaufbau)

W: An den Wochenenden bin ich mit den unterschiedlichsten Themen, in den unterschiedlichsten Gemeinden im Reisedienst. Die restliche Dienstzeit der Woche setze ich mich für Gemeindegründung (KfG) und Literaturarbeit (CMD) ein. Es macht mir auch viel Freude, Mentor eines jungen Gemeindegründungsteams in der hessischen Stadt Bad Hersfeld zu sein.

S: Seit unsere Kinder aus dem Haus sind, bin ich häufiger zu Frauenfrühstückstreffen und Frauentagen unterwegs. Ich reise meinem Mann sozusagen hinterher. Mein Herz schlägt auch wieder verstärkt für unseren großen Auftrag, Menschen zu Jesus zu führen. Aktionen alleine und im Team, um Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, machen mir viel Freude. Frauen seelsorgerlich zu dienen, gehört ganz gewiss auch in Gottes Programm mit meinem Leben.

Wie setzt ihr die Prioritäten im Alltag, damit euch die viele Arbeit nicht auffrisst? Haben sich die Prioritäten im Lauf der Jahre verschoben?

W: Seit unserem zweiten Ehejahr haben wir fest eingeplante Ehezeiten, z.B. einen wöchentlichen Eheabend. Ein Gebetsvormittag pro Woche gehört ebenfalls zu unseren geistlichen Prioritäten. Wir versuchen, vierteljährlich mal kürzere, mal längere Auszeiten zu haben, in denen wir uns zusammen entspannen und unsere Zweisamkeit genießen.

Wenn ihr euer Leben nochmals leben könntet, was würdet ihr anders machen?

S: Ich würde mich besser auf die Ehe vorbereiten. Zu unserer Zeit kannten wir leider keine Ehevorbereitungskurse. Es ist von großem Wert, wenn man schon im Vorfeld mehr über die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau Bescheid weiß.

W: Ich würde nicht mehr eine so lange Bibelschulausbildung absolvieren, sondern mich mehr praxisorientiert auf den Dienst im Reich Gottes zurüsten lassen (wie z.B. im TMG in Salzburg). Ich würde gleich von Anfang an mehr Verantwortung im Ehe- und Familienleben übernehmen.

Was ist eure Lieblingsfigur in der Bibel? Weshalb?

W: Im Alten Testament David – wegen seiner innigen Beziehung zum Herrn; im Neuen Testament der Apostel Paulus – wegen seiner Theologie der Gnade.

S: Ich habe keine Lieblingsfigur, aber Hannah, die Mutter von Samuel, beeindruckt mich in ihrer Opfergesinnung.

Wer ist euch persönlich ein (Glaubens-)Vorbild? Inwiefern?

W: Wolfgang Bühne wegen seines unermüdlichen Einsatzes für die Gemeinde Jesu in aller Welt – auch im Bereich der Literaturarbeit.

S: Der Indianermissionar David Brainerd (1718 – 1747) ist mir in seiner innigen Beziehung zu Jesus und als hingegebener Beter ein großes Vorbild.

Was macht ihr in der Freizeit? Gemeinsame Hobbys?

Wir sind beide Leseratten. Zu selten kommen wir leider dazu, miteinander zu wandern.

Lieblingslektüre neben der Bibel?

W: Die Bücher von Fritz Binde (von denen wir vier wieder neu auflegen durften), Arnold G. Fruchtenbaum und auch die Publikationen von Os Guinness.

S: Ich lese leidenschaftlich gerne gute Bibelauslegungen, aber auch Literatur, die für die Seelsorge nützlich ist, und Fachbücher aus Medizin und Naturheilkunde.

Was sind die grössten Sorgen, die es im Blick auf die Zukunft immer wieder abzulegen gibt?

S: Aufgrund vieler gesundheitlicher Nöte in der Verwandtschaft und gesundheitlicher Schwächen in der eigenen Familie darf ich mich in diesem Bereich nicht von Zukunftssorgen vereinnahmen lassen. Es fällt mir nicht immer leicht, die Grenze zwischen verantwortlicher Fürsorge und ängstlicher Sorge zu ziehen.

W: Die Gewinnung guter Mitarbeiter in allen Bereichen meines Dienstspektrums.